Geld verdienen mit SMS-Versand – Case Study am Beispiel von CatSMS

Heute möchte ich einmal etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Es geht um ein Projekt, dass ich seit ca. einem halben Jahr online habe und in dem viel Programmierarbeit steckt. Es handelt sich um den kostenpflichten SMS-Versand auf CatSMS.de. Anhand dieses Projektes möchte ich eine kleine Case Study geben und erzählen wie meine Erwartungen bei dem Projekt waren und was im Endeffekt herausgekommen ist.

Der Beginn

Im März 2011 habe ich unter CatSMS.de zunächst einen kostenlosen SMS-Versand ohne Anmeldung gestartet. Aufgrund der tollen Features (zeitversetzter Versand, 160 Zeichen frei, weltweiter Versand usw.) kamen nach und nach Besucher auf die Seite. Anfangs war aufgrund der wenigen eingebundenen Werbung der SMS-Versand ein Minusgeschäft, dass ich durch andere Seiten mitfinzanzieren musste. Mit dem Einbindung weiterer Werbung wurden zwar die SMS-Kosten gedeckt aber viel Gewinn blieb nicht hängen.

Idee zur Monetarisierung

Seit vielen Jahren hatte ich die Idee einen kostenpflichtigen SMS-Versand aufzubauen, bei dem User auf Prepaidbasis (also ohne Abo) SMS versenden können. Mit CatSMS wollte ich das nun endlich in die Tat umsetzen – gesagt getan! Nach einigen Wochen Entwicklungszeit ging die erste Version online – die auch noch heute aktiv ist.

Der Grundgedanke war es, Besucher des kostenlosen SMS-Versand umzuwandeln in User des kostenpflichtigen Versandes. Dies sollte durch eine einfache Bedienung, günstige Preise und weitere Features (wie z. B. eigene Handynummer als Absender) begünstigt werden. Ich wollte die Zielgruppe von CatSMS dazu bewegen, sich bei dem kostenpflichten SMS-Versand anzumelden und diesen zu nutzen.

Die Anmeldung ist kostenlos und man erhält sofort 5 Gratis SMS (mit eigenem Absender). Danach können SMS-Pakete  zu sehr günstigen Konditionen gekauft werden. Außerdem ist der SMS-Versand so optimiert, dass er auch mit Smartphones gut bedienbar bleibt.

Meine Erwartungen vs. die Realität

Ich hatte gehofft das wird der Brüller 🙂 Nungut, wenn man nicht 100% von einer Sache überzeugt ist, braucht man gar nicht erst anfangen. Also meine Ewartungen gingen in die Richtung, dass pro Monat ca. 100 SMS-Pakete verkauft werden.
Die Realität sah leider anders aus, dazu eine kleine Statistik:

  • User insgesamt (die sich angemeldet haben): 968
  • aktive User (die mind. 1 SMS verschickt haben): 449
  • entspricht einer Conversionrate von: 46,4%
  • User, die eine SMS-Paket gekauft haben: 17
  • entspricht einer Conversionrate von: 3,8%

Betrachtet man die Umwandlung von angemeldeten Usern zu Usern, die ein SMS-Paket kauften, so beträgt die Conversionrate sogar nur noch 1,8%!
Ein durchschlagender Erfolg sieht meiner Meinung nach anders aus.

Wo liegen die Probleme?

Ich habe mit der Zeit einige Flaschenhälse identifiziert, die ich vom Bauchgefühl her für die schlechte Conversionrate verantwortlich mache.

Einige davon sind:

  1. Anmeldung erfolgt mit der eigenen Handynummer (das ist vielen Besuchern sicherlich zu persönlich)
  2. Aktivierung des Accounts geschieht durch eine SMS die auf’s Handy des Users geschickt wird und ein Passwort enthält (dieses Vorgehen ähnelt dem beim Abschluss eines Abos, was den User misstrauisch machen könnte)
  3. 5 gratis SMS bei Anmeldung (einige Anmeldungen finden sicherlich nur wegen dem Incentive statt, ohne die Absicht wirklich ein SMS-Paket zu kaufen)
  4. Zielgruppe nicht ideal (Besucher kommen von einer „Gratis“-Seite mit kostenlosem SMS-Versand und sind nicht an kostenpflichitgem Angebot interessiert)

Wie geht’s weiter?

Ich bin neben den anstehenden Arbeiten an meinem Nischentool dabei den kostenpflichten SMS-Versand bei CatSMS zu verändern. Dabei werde ich vor allem auf die drei oben genannten Punkte eingehen und versuchen diese Stolpersteine zu beheben. Wie genau, dass wird aber Thema eines anderen Blogbeitrags sein.

Wenn du weitere Anregungen hast, dann immer her damit, ich freue mich über jeden sinnvollen Vorschlag und werde diesen auf jedenfall beachten 🙂

 

7 Gedanken zu „Geld verdienen mit SMS-Versand – Case Study am Beispiel von CatSMS“

  1. Du hast hier weitere wichtige Faktoren nicht berücksichtigt. Vor 10 Jahren wäre es wesentlich besser gelaufen (vermutlich). Der Großteil der Smartphone Benutzer haben eine SMS-Flatrate, einen Tarif wo monatliche Frei SMS gewährt werden und/oder verwenden dafür Apps.

    Das letztere ist wohl das größere Problem was auch die Mobilfunk-Anbieter erkannt haben. Daher haben die schon an einem Nachfolger der SMS vorgestellt, Vodafone führt den sogar schon im Mai ein. Ob es sich durchsetzt ist die andere Frage.

    1. Da hast du Recht. Wobei ich der Meinung bin, wenn man eine Idee hat, von der man überzeugt ist (bei mir war das eben der kostenpflichtige SMS-Versand), dann muss man das eben ausprobieren. Erst dann kann man entscheiden, ob die Entscheidung gut oder schlecht war. In jedem Fall lernt man daraus 🙂

      1. Ich wollte jetzt nicht damit sagen das es eine schlechte Idee ist, ganz im Gegenteil.

        Ich meine es gibt ja immerhin noch einen Markt dafür, der sich Aufgrund von verschiedenen Faktoren und Einflüsse in den Jahren anders Entwickelt hat – und wie bei so vielen ist auch dort das Angebot größer als die Nachfrage.

        Du hast sicherlich Kosten zu decken und willst ja auch noch was verdienen was ja auch völlig okay ist, aber ich würde dennoch an deiner Stelle die Kalkulation noch mal durch gehen.

        Wie ich sehe kostet eine SMS nun 8 Cent (an Freunde 6,4 Cent), das ist für viele uninteressant. Aufgrund der Tatsache das schon viele Prepaid-Tarife sowie Handyverträge eine SMS um die 9 Cent kostet. Netz intern sogar günstiger.

        Und da viele Jugendliche ein verschwenderisches Konsumverhalten haben, sind die wohl in der Ansicht das es sich für den einen Cent eine Anmeldung nicht lohnt.

        Ich habe mich mal angemeldet und werde den Dienst mal testen 😉
        Und schon eine Frage…

        …kann ich SMS-Pakete nur per Paypal erwerben?

        1. Momentan ist nur eine Aufladung per Paypal möglich. Wie würdest du gern dein Guthaben aufladen?

          Zum Thema Kosten:
          Es ist aufgrund vieler Faktoren leider nicht möglich den Dienst noch viel billiger zu machen. Zum einen handelt es sich um SMS mit eigenem Absender und diese sind um ein Vielfaches teurer als SMS mit fixem Absender.
          Außerdem muss ich Gebühren an Paypal zahlen und auch noch die Mwst. abführen. Von dem was übrig bleibt, müssen dann auch noch die SMS bezahlt werden.

          Im Großen und Ganzen lohnt sich das bisher leider nicht.

          1. Ja das ist dann verständlich.

            Paypal ist schon in Ordnung, findet auch die meiste Akzeptanz – gibt aber auch Alternativen die auch eine hohe Nutzeranzahl finden wie z. B. sofortüberweisung.de.

            Das Anbieten von kleineren Paketen würde sich das lohnen? z. B. 2,50 €, 5€ etc.? Wäre eventuell für den ein oder anderen Neukunden nützlich um den Dienst besser kennen lernen zu können…

Kommentare sind geschlossen.